Beim letzten Online-Infoabend für Eltern haben uns viele Fragen erreicht. Die große Resonanz zeigt, wie sehr Familien Orientierung suchen, wenn ihr Kind mit einer Essstörung zu kämpfen hat.
Da die Zeit während der Veranstaltung begrenzt war, konnten wir nicht alle Fragen ausführlich beantworten. Einige davon greifen wir hier auf – weil sie viele Eltern beschäftigen.
Wenn du gerade selbst nach Antworten suchst:
Du bist mit diesen Fragen nicht allein.
1. Frage: „Wie kann ich meinem Kind helfen, sich zu entspannen?“
Viele Kinder und Jugendliche mit Essstörungen stehen unter hoher innerer Anspannung. Gedanken rund um Essen, Gewicht oder Kontrolle können dazu führen, dass der Körper dauerhaft im Stressmodus bleibt.
Entspannungsübungen können helfen, den Körper wieder in einen ruhigeren Zustand zu bringen.
Gut erforschte Methoden sind zum Beispiel:
• Atemübungen
• Progressive Muskelentspannung nach Jacobson
• Fantasiereisen
Wichtig ist dabei: Die Übungen sollten nicht leistungsorientiert sein. Gerade bei Essstörungen ist es hilfreich, wenn Entspannung nicht mit zusätzlicher körperlicher Aktivität oder Kalorienverbrauch verbunden ist.
Und wie bei vielen Dingen gilt:
Der Körper lernt Entspannung durch regelmäßige Wiederholung.
Auch in eatappie finden Jugendliche dazu angeleitete Übungen – zum Beispiel im Modul „Skills“.
2. Frage: „Können Sie Eltern-Selbsthilfegruppen empfehlen?“
Viele Eltern erleben die Situation rund um eine Essstörung ihres Kindes als belastend und fühlen sich zunächst sehr allein damit.
Selbsthilfegruppen können eine wichtige Möglichkeit sein, sich mit anderen Eltern auszutauschen und Erfahrungen zu teilen.
Da diese Angebote meist regional organisiert sind, sind sie manchmal schwer zu finden.
Aus unserer klinischen Erfahrung kann zusätzlich auch eine therapeutisch angeleitete Gruppe sinnvoll sein. Dort können Fragen fachlich eingeordnet und konkrete Impulse für den Familienalltag gegeben werden.
3. Frage: „Wie wichtig ist Psychotherapie bei Essstörungen?“
Psychotherapie gilt als Behandlung der ersten Wahl bei Essstörungen und sollte möglichst früh angestrebt werden.
Die deutschen Leitlinien empfehlen insbesondere:
• Verhaltenstherapie
• familienbasierte Behandlungsansätze
Gleichzeitig zeigt die klinische Erfahrung, dass nicht nur die Methode entscheidend ist. Auch die Beziehung zur behandelnden Person spielt eine wichtige Rolle.
Betroffene sollten sich verstanden, ernst genommen und sicher fühlen.
Unterstützung für Eltern bei Essstörungen
Eine Essstörung betrifft nie nur die erkrankte Person – sie beeinflusst oft den gesamten Familienalltag.
Viele Eltern stellen sich Fragen wie:
• Mache ich etwas falsch?
• Wie kann ich mein Kind unterstützen, ohne Druck zu machen?
• Wann sollte ich aktiv werden?
Solche Gedanken sind völlig normal.
Gerade am Anfang kann es hilfreich sein, mit jemandem zu sprechen, der sowohl die medizinische Perspektive kennt als auch die Herausforderungen von Familien im Alltag versteht.
In unserer Online-Beratung für Eltern schauen wir gemeinsam, welche nächsten Schritte für eure Familie hilfreich sein können.
Dabei geht es zum Beispiel um:
• Orientierung im Umgang mit Essstörungen im Familienalltag
• Entlastung für Eltern
• Möglichkeiten der Unterstützung für dein Kind
• Einordnung medizinischer oder therapeutischer Optionen
Zum Kennenlernen bieten wir ein unverbindliches Erstgespräch an. Dort schauen wir gemeinsam, welche Unterstützung für eure Familie sinnvoll sein kann.
Viele dieser Themen greifen wir auch regelmäßig in unseren Online-Infoabenden für Eltern auf. Dort sprechen wir unter anderem über:
- körperliche Folgen von Essstörungen
- Orientierung im Familienalltag
- Möglichkeiten, wie Eltern ihr Kind in schwierigen Phasen begleiten können
- offenen Fragen, die Eltern beschäftigen
Die Termine für nächste Eltern-Infoabende geben wir in unserem Newsletter bekannt.
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